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19.08.2019

„10 Jahre Meldungen an das Krebsregister Baden-Württemberg“

Am 06.08.2009 um 9:36 Uhr war es so weit: die erste Meldung ging im Krebsregister Baden-Württemberg (KRBW) ein. In den darauf folgenden 10 Jahren sind weitere 8.8 Millionen Meldungen zu Diagnose, Therapie und Verlauf der 800.000 Krebsneuerkrankungen, die in diesem Zeitraum in Baden-Württemberg aufgetreten oder behandelt und nachversorgt wurden, dazugekommen. Über 4.500 Ärztinnen und Ärzte sind bislang als „Melder“ beim Krebsregister Baden-Württemberg registriert und kommen der gesetzlichen Meldepflicht nach. Unter die Meldepflicht fallen nicht nur Pathologen und Onkologen, sondern alle in die Diagnostik, Behandlung und Nachversorgung involvierten Ärztinnen und Ärzte, erklärt der Sprecher des Krebsregisters Baden-Württemberg PD Dr. Volker Arndt.
Neben der Vollzähligkeit sind die Vollständigkeit und die Validität der Meldungen von enormer Wichtigkeit. Für eine vollständige Datenerfassung ist es wichtig, dass die Meldungen von verschiedenen Einrichtungen (Krankenhäusern, Niedergelassene Ärzte, Pathologen) eingehen: diese ergänzen einander und sorgen für einen hochqualitativen Datensatz! Nur so können in der Zukunft neben der Berechnung der Inzidenz, der Stadienverteilung und der Mortalität auch wichtige detaillierte Auswertungen zu Therapie und Verlauf der Krebserkrankungen durchgeführt werden. Von der vollständigen und vollzähligen Erfassung profitieren auch alle an der Versorgung eines Patienten beteiligten Ärztinnen und Ärzte: Über die Behandlungsdatenrückmeldung können zu allen selbst gemeldeten Patientinnen und Patienten weitere im Register vorliegende Behandlungs- und Follow-Up Daten abgerufen werden. Zuvor werden die im Register eingehenden Meldungen auf Plausibilität und Vollständigkeit geprüft und gegebenenfalls zur Überprüfung an den Melder zurückgespiegelt.
Das Krebsregister Baden-Württemberg hat seit 2009 in mehreren epidemiologischen Jahresberichten und Landesqualitätsberichten ausführlich das Krebsgeschehen in Baden-Württemberg und die onkologische Behandlung beschrieben (abrufbar unter  http://www.krebsregister-bw.de/publikationen/). Seit 2015 wird in den regionalen Qualitätskonferenzen gemeinsam mit den Meldern entitätsspezifisch die Qualität der stationären und ambulanten Versorgung betrachtet. Fallbesprechungen und Fachvorträge vervollständigen die regionalen Qualitätskonferenzen.
Weiterhin stellt das Krebsregister Baden-Württemberg für die nationale Krebsberichterstattung Daten in pseudo- bzw. anonymisierter Form dem Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) am Robert Koch-Institut sowie der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID) zur Verfügung. Im nächsten Jahr sollen Daten aus Baden-Württemberg auch erstmals in internationale europäische Auswertungen einbezogen werden. Hierfür werden die Angaben des Krebsregisters Baden-Württemberg an das European Network of Cancer Registries (ENCR) übermittelt. Für Herbst 2019 ist zudem eine interaktive Online-Datenbank geplant, so dass interessierte Ärztinnen und Ärzte, aber auch Bürgerinnen und Bürger direkt Informationen zum Krebsgeschehen in Baden-Württemberg abrufen können.
Zusätzlich können die Daten des Krebsregisters Baden-Württemberg auch für wissenschaftliche Studien genutzt werden, wenn die betreffenden Studienteilnehmerinnen und –teilnehmer einem Abgleich mit dem Krebsregister zugestimmt haben. So konnten die Krebsregisterdaten bereits zu einer guten Datenqualität von mehreren epidemiologischen Langzeitstudien, wie der europäischen prospektiven Untersuchung zu Ernährung und Krebs (EPIC), der MARIE-Studie (einer bevölkerungsbezogenen Fall-Kontroll-Studie zu Risikofaktoren des Mammakarzinoms), der deutschen Lungenkrebs-Screening-Interventionsstudie LUSI und anderen beitragen.
Auch wenn das Krebsregister Baden-Württemberg zu den jüngsten Krebsregistern in Deutschland zählt, so hat es gemeinsam mit der Ärzteschaft aus Baden-Württemberg in den ersten 10 Jahren seines Bestehens bereits viel erreicht, so PD Dr. Arndt: „Das Ziel, das Krebsgeschehen in Baden-Württemberg zu beschreiben und zu analysieren, um daraus eine optimale Prävention und Versorgung abzuleiten, ist unsere Motivation. Wir bedanken uns bei allen Ärztinnen und Ärzten, die bereits an das Krebsregister melden. Gleichzeitig möchten wir an alle Kolleginnen und Kollegen appellieren, alle Krebsdiagnosen, -therapien und -verläufe vollständig an das Krebsregister Baden-Württemberg zu übermitteln. Aussagekräftige Auswertungen können nur auf Basis möglichst vollzähliger und vollständiger Daten erfolgen.“

 



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