Fragen zu Diagnosemeldungen

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Meldepflichtige Diagnosen sind dann zu melden, wenn diese hinreichend klinisch oder histologisch gesichert sind (siehe §3 Krebsregisterverordnung). Verdachtsdiagnosen sind nicht zu melden. Ab wann eine Diagnose als hinreichend klinisch gesichert angesehen wird, liegt im Ermessen des behandelnden Arztes.

Sollte es sich bei den post mortem gestellten Diagnosen um meldepflichtige Diagnosen handeln, sind diese zu melden. Das Erstdiagnosedatum entspricht dann dem Sterbedatum. Für die Angabe der Patientenunterrichtung gibt es hier die Ausnahme „V“ (Verstorben). Ist bei dem Patienten eine Autopsie durchgeführt worden, sollte ein aTNM angegeben werden.

Im Dokument Definition von paarigen Organen finden Sie eine Liste der paarigen Organe.

Falls bislang noch keine histologische Untersuchung des Tumors erfolgt und deshalb die Histologie nicht bekannt ist, ist dies entsprechend in der Angabe zur "Diagnosesicherung" zu vermerken. Wird hier der Eintrag "Histologisch (7)" bzw. "Metastase (histologisch) (6)" gewählt, sind die Angaben im Block zur "Histologie" vergütungsrelevant. Bitte beachten Sie hierzu die für jedes Feld angegebenen Ausfüllhinweise.

Im Rahmen einer Verlaufsmeldung sollte zunächst die M-Ausprägung cM1 unter Angabe der Metastasenlokalisation und des Metastasendatums gemeldet werden. Falls kurz danach (innerhalb von 3 Monaten) eine pathologische Sicherung der Metastase erfolgt, so sollte die Verlaufsmeldung mit pM1 und dem schon bereits gemeldeten Metastasendatum als Aktualisierungsmeldung gemeldet werden. Falls die pathologische Bestätigung erst später als 3 Monate nach der letzten Verlaufsmeldung erfolgt, sollte eine neue Verlaufsmeldung (neues Untersuchungsdatum, Metastasendiagnosedatum und Metastasenlokalisation bleiben gleich) mit den neuen TNM-Ausprägungen übermittelt werden.

Dokumentationsbeispiel:
Malignes Melanom mit Lungenmetastasen (CT-Befund im Juli, histologische Bestätigung im September 2009)
Verlaufsmeldung: cM1b, PUL, 07/2009
Aktualisierte Verlaufsmeldung: pM1b, PUL, 07/2009 

Diese Karzinome sind nach ICD-O3 mit 8130/2 zu verschlüsseln und sind somit dem ICD10-Code D09.0 zuzuordnen. Die T-Angabe nach der TNM-Klassifikation lautet (p)Ta.

Nach der TNM Klassifikation maligner Tumoren der UICC1 wird die Verwendung von MX als unzureichend betrachtet, da für die Bestimmung der klinischen M-Klassifikation die klinische Untersuchung ausreichend ist. Ergibt diese keinen Anhalt für das Vorliegen von Fernmetastasen, und ist nach S3 Leitlinie oder sonstiger Fachliteratur das Risiko für eine Fernmetastasierung so gering, dass keine weitergehenden Untersuchungen empfohlen werden (z.B. Bildgebung), soll cM0 klassifiziert werden.

1 C. Wittekind (Hrsg). UICC TNM Klassifikation Maligner Tumoren, 8. Auflage. Wiley-VCH, 2017 (S. 8).

Stand 16.01.2020

Eine Meningeosis neoplastica soll in der M-Kategorie des TNM mit „OTH“ dokumentiert werden.

Stand: 24.01.2020

Fernmetastasen im Retroperitoneum (ICD-O-3 C48.0) werden lt. TNM (auch in der aktuellen
8. Auflage) als OTH kodiert, da diese Lokalisation in der Auflistung der spezifizierten Ausprägungen nicht genannt wird.

Stand: 24.01.2020

Im TNM 8 wird für das Grading von Prostatakarzinomen die Verwendung der WHO Gruppen/ISUP Grade Groups 1-5 beschrieben. Diese entsprechen allerdings nicht dem klassischen 4–stufigen Grading wie es laut ADT/GEKID-Basisdatensatz laut Bundesanzeiger vorgesehen ist. Die Ausprägung „5“ lässt sich nicht über den Basisdatensatz übermitteln. Die korrekte Abbildung erfolgt durch die Angaben zum Gleason, die über das organspezifische Modul Prostata übermittelt werden können. Im Feld Grading soll  T (= trifft nicht zu) dokumentiert werden.

Stand: 24.01.2020

Der M. Paget als in situ Tumor (TNM = Tis) sollte als 8540/2 (/2-Dignität nach Regel F) gemeldet werden. Analog dazu mit ICD-10 D05.7. Bei Vorliegen eines reinen Pagetkarzinoms (invasiv, nicht Tis) wird 8540/3 mit ICD-10 C50.0 erwartet. Wenn der MP nicht nach Regel F codiert werden kann, ist eine Meldung mit 8540/3, ICD-10 C50.0 und Tis möglich.

Stand 07/2020

Das prognostisch führende Karzinom soll primär codiert werden (8500/3ff und ICD-10 C50.-).
Der M. Paget soll als zweite Morphologie angegeben werden, möglichst nach Regel F mit 8540/2. Der Morphologiecode 8541/3 sollte nach S3-LL nicht zur Anwendung kommen.

Stand 07/2020

Das prognostisch führende DCIS soll primär codiert werden. Der M. Paget soll als zweite Morphologie angegeben werden, möglichst nach Regel F mit 8540/2. Der Morphologiecode 8543/3 sollte nach S3-LL nicht zur Anwendung kommen.

Stand 07/2020

Der M. Paget als in situ Tumor (TNM = Tis) sollte als 8542/2 (/2-Dignität nach Regel F) gemeldet werden. Analog dazu mit ICD-10 „D“-Diagnose.
Bei Vorliegen eines Pagetkarzinoms (invasiv, nicht Tis) wird 8542/3 mit C-Diagnose erwartet.
Wenn der EMP nicht nach Regel F codiert werden kann, ist eine Meldung mit 8542/3, ICD-10 „C“-Diagnose und Tis möglich.

Stand 07/2020

Aktinische Keratosen sind nicht meldepflichtig (ICD-10: L57.0). Keratinozytische intraepitheliale Neoplasien Grad 3 (KIN 3), die mit 8077/2 kodiert werden, sind dagegen meldepflichtig (D04.9).

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