Diagnosemeldungen

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Bei gleicher Histologie eines Tumors auf einer Seite eines paarigen Organs wird nur ein Tumor gemeldet mit entsprechender T-Verschlüsselung (Größe des Tumors). Wenn die Lokalisationen dieses Tumors nicht zusammenhängen, handelt es sich um einen multifokalen bzw. multizentrischen Tumor.
Die Kodierung der Lokalisation nach ICD-O-3-Topographie ist: C50.8 (Mehrere Teilbereiche überlappend); die Kodierung nach ICD-10 ist: C50.8 (Bösartige Neubildung der Brustdrüse, mehrere Teilbereiche überlappend).

Ausführliche Antwort:
Hier gelten die Regeln der Kodierung multipler Tumoren, die synchron (gleichzeitig) oder metachron (nacheinander) auftreten können. Als synchrone multiple Primärtumoren gelten multiple Primärtumoren, die zu gleicher Zeit oder innerhalb von zwei Monaten diagnostiziert werden.
Unter den Erkrankten mit synchronen multiplen Primärtumoren sind entsprechend den Vorschlägen der UICC zwei Patientengruppen zu unterscheiden.


Patientengruppe I:
Patienten mit synchronen multiplen Primärtumoren in einem Organ (z.B. Haut, Kolorektum) bzw. in einem von paarigen Organen (z.B. Mamma, Niere, Lunge):

  • Jeder einzelne Tumor ist gesondert zu melden, wenn die multiplen Primärtumoren in einem Organ oder in einem von paarigen Organen unterschiedliche histologische Typen zeigen (IARC/IACR Regel 4.2 ist zu beachten).

 

  • Nur ein Tumor ist zu kodieren, wenn die multiplen Primärtumoren in einem Organ oder in einem von paarigen Organen den gleichen histologischen Typ zeigen. Hierbei ist der Befund mit dem schwerwiegendsten Tumor zu verschlüsseln, unter zu Grundelegung des cTNM, pTNM, der Histologie mit biologischem Verhaltenskode (Malignitätsgrad entsprechend . . . . /0 bis . . . . /3) und dem Grading (T0<T1<T2<T3, N0<N1<N2<N3, M0<M1<M2 etc; xxxx/0 – xxxx/3; G1<G2<G3 etc).

 

  • Bei der Kodierung multipler synchroner Tumoren in „einem Organ“ ist die Definition „eines Organs“ anzuwenden.

Patientengruppe II:
Bei Patienten mit synchronen Tumoren in verschiedenen Organen oder in beiden paarigen Organen wird jeder einzelne Tumor gesondert gemeldet (Erhebung, Datensatz und Meldung für jeden Tumor getrennt). Ausgenommen sind Patienten mit folgenden Tumoren, bei denen nur eine Erhebung erforderlich ist:

  • Tumoren des Eierstocks und Eileiters (von gleicher Morphologie), da bei Ovar die Beidseitigkeit / Multiplizität ein Kriterium für die Klassifikation nach TNM ist;

 

  • Kaposi-Syndrom (s. o. IARC-Regel 4.1)

 

  • Synchrone Retinoblastome (bilateral, kindlich, autosomal-dominant) werden als ein Retinoblastom erfasst, wenn sie auf beiden Seiten auftreten.

 

  • Malignes Mesotheliom (s. o. IARC-Regel 4.1).

Quelle: NCT-Handbuch Tumordokumentation, Version 2, gültig ab 01.01.2010

Diese Karzinome sind nach ICD-O3 mit 8130/2 zu verschlüsseln und sind somit dem ICD10-Code D09.0 zuzuordnen. Die T-Angabe nach der TNM-Klassifikation lautet (p)Ta. Siehe ICD-O3 (https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassifikationen/icd/icd-o-3/icd03rev2html/block-812-813.htm)

Aktinische Keratosen sind nicht meldepflichtig (ICD-10: L57.0). Keratinozytische intraepitheliale Neoplasien Grad 3 (KIN 3), die mit 8077/2 kodiert werden, sind dagegen meldepflichtig (D04.9).

Der M. Paget als in situ Tumor (TNM = Tis) sollte als 8542/2 (/2-Dignität nach Regel F) gemeldet werden. Analog dazu mit ICD-10 „D“-Diagnose.
Bei Vorliegen eines Pagetkarzinoms (invasiv, nicht Tis) wird 8542/3 mit C-Diagnose erwartet.
Wenn der EMP nicht nach Regel F codiert werden kann, ist eine Meldung mit 8542/3, ICD-10 „C“-Diagnose und Tis möglich.

Stand 07/2020

Der M. Paget als in situ Tumor (TNM = Tis) sollte als 8540/2 (/2-Dignität nach Regel F) gemeldet werden. Analog dazu mit ICD-10 D05.7. Bei Vorliegen eines reinen Pagetkarzinoms (invasiv, nicht Tis) wird 8540/3 mit ICD-10 C50.0 erwartet. Wenn der MP nicht nach Regel F codiert werden kann, ist eine Meldung mit 8540/3, ICD-10 C50.0 und Tis möglich.

Stand 07/2020

Das prognostisch führende DCIS soll primär codiert werden. Der M. Paget soll als zweite Morphologie angegeben werden, möglichst nach Regel F mit 8540/2. Der Morphologiecode 8543/3 sollte nach S3-LL nicht zur Anwendung kommen.

Stand 07/2020

Das prognostisch führende Karzinom soll primär codiert werden (8500/3ff und ICD-10 C50.-).
Der M. Paget soll als zweite Morphologie angegeben werden, möglichst nach Regel F mit 8540/2. Der Morphologiecode 8541/3 sollte nach S3-LL nicht zur Anwendung kommen.

Stand 07/2020

Im TNM 8 wird für das Grading von Prostatakarzinomen die Verwendung der WHO Gruppen/ISUP Grade Groups 1-5 beschrieben. Diese entsprechen allerdings nicht dem klassischen 4–stufigen Grading wie es laut ADT/GEKID-Basisdatensatz laut Bundesanzeiger vorgesehen ist. Die Ausprägung „5“ lässt sich nicht über den Basisdatensatz übermitteln. Die korrekte Abbildung erfolgt durch die Angaben zum Gleason, die über das organspezifische Modul Prostata übermittelt werden können. Im Feld Grading soll  T (= trifft nicht zu) dokumentiert werden.

Stand: 24.01.2020

Meldepflichtige Diagnosen sind dann zu melden, wenn diese hinreichend klinisch oder histologisch gesichert sind (siehe §3 Krebsregisterverordnung). Verdachtsdiagnosen sind nicht zu melden. Ab wann eine Diagnose als hinreichend klinisch gesichert angesehen wird, liegt im Ermessen des behandelnden Arztes.

Sollte es sich bei den post mortem gestellten Diagnosen um meldepflichtige Diagnosen handeln, sind diese zu melden. Das Erstdiagnosedatum entspricht dann dem Sterbedatum. Für die Angabe der Patientenunterrichtung gibt es hier die Ausnahme „V“ (Verstorben). Ist bei dem Patienten eine Autopsie durchgeführt worden, sollte ein aTNM angegeben werden. Quelle: Manual der Krebsregistrierung S.87

Im Dokument Definition von paarigen Organen finden Sie eine Liste der paarigen Organe.

Nach der TNM Klassifikation maligner Tumoren der UICC1 wird die Verwendung von MX als unzureichend betrachtet, da für die Bestimmung der klinischen M-Klassifikation die klinische Untersuchung ausreichend ist. Ergibt diese keinen Anhalt für das Vorliegen von Fernmetastasen, und ist nach S3 Leitlinie oder sonstiger Fachliteratur das Risiko für eine Fernmetastasierung so gering, dass keine weitergehenden Untersuchungen empfohlen werden (z.B. Bildgebung), soll cM0 klassifiziert werden.

1 C. Wittekind (Hrsg). UICC TNM Klassifikation Maligner Tumoren, 8. Auflage. Wiley-VCH, 2017 (S. 8).

Stand 16.01.2020

Eine Meningeosis neoplastica soll in der M-Kategorie des TNM mit „OTH“ dokumentiert werden.

Stand: 24.01.2020

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