Glossar

Anonymisierung
Ersetzen des Namens und anderer Identifikationsmerkmale durch ein Kennzeichen zu dem Zweck, die Reidentifizierung des Betroffenen auszuschließen.

Benigne
gutartig

Best-Of-Datensatz
Der Best-Of-Datensatz wird gebildet, wenn zu einem Krebsfall mehrere Meldungen vorliegen. Die besten Informationen werden zu einem auswertbaren Datensatz zusammengeführt.

Carcinoma in situ (CIS)
Bösartig veränderte Zellen, die die Basalmembran noch nicht durchbrochen haben. Das CIS gilt als sehr frühes Stadium eines Karzinoms.

Datensparsamkeit
Gebot, so wenig personenbezogene Daten wie möglich zu erheben, zu verarbeiten oder zu nutzen.

DCO-Anteil
Anteil der DCO-Fälle im Vergleich zur Gesamtzahl aller gemeldeten fallbezogenen Datensätze. Maß für die Qualität eines bevölkerungsbezogenen Registers. Angestrebt wird ein Anteil von kleiner 5%.

Death Certificate Notified (DCN)
Krebserkrankungen, die dem Register erstmals über die Todesbescheinigung bekannt werden.

Death Certificate Only (DCO)
Erkrankungsfall, dessen Informationen ausschließlich auf den Angaben in der Todesbescheinigung beruhen.

Deskriptive Epidemiologie
Teilgebiet der Epidemiologie, das sich mit der Beschreibung der Verteilung und Häufigkeit von Erkrankungen innerhalb einer definierten Population beschäftigt.

Diagnosesicherung
Es gibt unterschiedliche Methoden, mit denen die Diagnose einer Krebserkrankung gesichert wird. Beispiele hierfür sind die klinische, bildgebende, zytologische, histologische oder autoptische Sicherung.

Doppelmeldung
Zwei Meldungen vom gleichen Melder mit identischem Inhalt zum gleichen Patienten bzw. gleichen Fall im Register.

Duktales Carcinoma in situ (DCIS)
Krebsvorstufe im Milchgang der Brust.

Epidemiologie
Wissenschaft von der Verteilung von Krankheitshäufigkeiten in menschlichen Populationen und von Faktoren, die diese Verteilung beeinflussen. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen unter anderem zur Gestaltung und Überwachung von Maßnahmen im Gesundheitswesen.

Epidemiologische Daten
Für epidemiologisch-statistische Auswertungen benötigte, faktisch anonymisierte Daten.

Evidenzbasierte Leitlinien
Aufgrund von wissenschaftlichen Ergebnissen erstellte Entscheidungs- und Orientierungshilfen für die ärztliche Behandlung.

Grading / Differenzierungsgrad
Abstufung der Bösartigkeit von Tumorgewebe. Man unterscheidet in der Regel G1 bis G4. Je höher der Grad, desto stärker weicht der Tumor vom normalen Gewebe ab.

Histologie/Morphologie
Beschreibt das Gewebe des Primärtumors, seine histopathologische Klassifizierung und sein biologisches Verhalten. Es werden folgende Dignitätskodes unterschieden:

/0 = benigne
/1 = fragliche Dignität, Borderline-Malignität, niedriges Malignitätspotential, unsicheres Verhalten [semimaligne], [potentiell maligne]
/2 = Carcinoma in situ, intraepithelial, nicht-invasiv
/3 = maligne, Primärtumor
/6 = maligne, Metastase, Sekundärtumor
/9 = maligne, unbestimmt ob Primärtumor oder Metastase

International Classification of Diseases 10. Revision (ICD-10)
Die Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) ist ein Diagnoseklassifikationssystem der Medizin. Die aktuell für Deutschland gültige Ausgabe ist die ICD-10-GM. Die Zahl 10 weist auf die Revision hin, GM bedeutet German Modification.

International Classification of Diseases for Oncology (ICD-O)
Die Internationale Klassifikation der Krankheiten für die Onkologie (ICD-O) ist ein Klassifikationssystem für Tumorerkrankungen, um die Lokalisation, die Histologie und die Dignität eines Tumors zu beschreiben. Mit dem Lokalisationsschlüssel kann der Ort einer Neubildung (Topographie), mit dem Histologieschlüssel das Zellbild (Morphologie) sowie das biologische Verhalten (Dignität) kodiert werden. Die aktuell gültige Version ist die ICD-O-3, wobei die Zahl 3 auf die dritte Revision hinweist.

Inzidenz
Die Häufigkeit von Neuerkrankungen in einem bestimmten Zeitraum.

Karzinogen
Substanz, Strahlung oder Organismus die Krebs fördert oder erzeugt.

Lobuläres Karzinom
In den Drüsenläppchen wachsendes Krebsgeschwulst.

Lokalisation / Topographie
Sitz (Organ bzw. Gewebe) des Tumors im Körper des Patienten.

Maligne
bösartig

Metastase / Tochtergeschwulst
Krebszellen, die ihren Entstehungsort (den Primärtumor) verlassen haben, sich in anderen Organen des Körpers niederlassen und sich dort vermehren. Nur bösartige (maligne) Krebszellen metastasieren. Gutartige (benigne) Krebszellen vermehren sich zwar ebenfalls unkontrolliert, metastasieren aber nicht.

Morbidität
Krankheitshäufigkeit, Anzahl der Erkrankungsfälle aufgrund bestimmter Erkrankungen in einer Bevölkerung.

Mortalität
Sterblichkeit, insbesondere Anzahl an Todesfällen aufgrund bestimmter Erkrankungen.

Nachsorge
Weitere Diagnostik, Therapie und Sekundärprävention nach einer vorläufig abgeschlossenen Behandlung von komplexen Erkrankungen bzw. Erkrankungen mit Rezidivgefahr.

Onkologische Qualitätssicherung
Analysen zur Versorgungssituation und daraus abgeleitete Maßnahmen zur Optimierung aufgrund vonbereitgestellten anonymisierter Daten und Analysen zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der regionalen und einrichtungsbezogenen Versorgungsqualität.

Personenstammdaten
Personenbezogene Daten des gemeldeten Patienten (z.B. Name, Vorname, Geburtsdatum, Anschrift usw.)

Plausibilitätsprüfungen
Prüfung, bei der Daten untersucht werden, ob sie schlüssig und formal korrekt sind.

Prävalenz
Häufigkeit einer Krankheit in einer Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Primärtumor
Bei einem Patienten mit mehreren Tumoren erster aufgetretener Tumor.

Progress
Vermehrung oder Vergrößerung eines Tumors.

Pseudonymisierung
Ersetzen des Namens und anderer Identifikationsmerkmale durch ein Kennzeichen zu dem Zweck, die Reidentifizierung des Betroffenen auszuschließen zu erschweren.

Record Linkage
In der Krebsregistrierung ein bundesweit abgestimmtes Verfahren um mehrere zu einer Person gehörende Meldungen zusammen zu führen.

Remission
(Vorübergehendes) Verschwinden des Tumors einschließlich seiner Symptome.

Rezidiv
Wiederauftreten einer Krankheit, Rückfall.

Screening
Reihentest zur Erkennung bestimmter Merkmale bei einer großen Anzahl an Personen (z. B. Mammographie-Screening) als Vorsorgeuntersuchung zur Krebsfrüherkennung.

Seitenlokalisation
Bei paarigen Organen die Seite, auf der die Erkrankung aufgetreten ist Solide Tumoren Feste Tumoren

Staging
Stadieneinteilung  einer Krebserkrankung anhand verschiedener Merkmalen, woraus sich dann die geeignetste Behandlung ergibt.

Systemische Tumoren
Tumoren, die den gesamten Organismus betreffen.

TNM
Klassifikationssystem, das die Ausdehnung und Ausbreitung bösartiger Tumoren anhand der Tumorgröße (T), der Lymphknotenmetastasierung (N) und der Fernmetastasierung (M) beschreibt. Für jede Tumorlokalisation existieren eigene Regeln zur Klassifikation nach dem TNM-System, die von der Union for International Cancer Control (UICC) herausgegeben und regelmäßig aktualisiert werden (aktuell 8. Auflage).